Wie hoch ist hoch? Und gibt es überhaupt noch genug Öl in der Schweiz?

Seit dem Ausbruch des Iran-Konflikts vor 2.5 Wochen, sind die Preise über die ganze Produktpalette hinweg durch die Decke geschossen. Gasoil pendelt momentan zwischen 1'100 und 1'250 Dollar hin und her. Das sind Schwankungen von mehr als 10 Franken pro 100 Liter. Am Tag! Manchmal auch innert wenigen Minuten. 

Offerten verlieren im Moment des Versendens ihre Gültigkeit. Die Unsicherheit wiegt momentan schwer. Soll ich kaufen, oder soll ich noch etwas abwarten? Wie lange verweilen die Preise auf dem hohen Niveau? Soll ich noch bis im Sommer warten, oder steigen die Preise dann nochmals an, aufgrund der ansteigenden Rheinfrachten? Und gibt es überhaupt noch genügend Öl in der Schweiz? 

 

Fest steht: Das Fass ist noch lange nicht voll. Zu hoch ist die Unsicherheit der Marktteilnehmer im Bezug auf die Strasse von Hormus. Tägliche Schlagzeilen über neue Angriffe lassen die Märkte hin und her schnellen. 

Die Verfügbarkeit ist jedoch gewährleistet. Die Schweiz verfügt über Pflichtlager. Die Organisation, welche die Pflichtlager betreibt, heisst Carbura. Die Carbura wurde 1932 als Selbsthilfe-Organisation der Importeure flüssiger Treib- und Brennstoffe zum Zweck der Pflichtlagerhaltung gegründet. Sie ist ein Verein, dessen Statuten vom Bund genehmigt werden und welcher der Oberaufsicht durch das Bundesamt für wirtschaftliche Landesversorgung untersteht. Mitglieder der Carbura sind alle Importeure von Erdölprodukten mit Einfuhren von mehr als 3000 Kubikmetern pro Jahr, sowie stellvertretende oder gemeinsame Pflichtlagerhalter von Mineralölprodukten, welche mit dem Bund einen entsprechenden Pflichtlagervertrag abgeschlossen haben. Doch was sind Pflichtlager überhaupt? Pflichtlager bezwecken die Vorratshaltung lebensnotwendiger Güter (Lebens- und Heilmittel, sowie Erdölprodukte) zur Überbrückung von Versorgungskrisen und Mangellagen. Sie decken den Bedarf für eine bestimmte Zeitdauer ab.


Mineralöl-Pflichtlager gibt es für die Produkte Autobenzine, Dieselöl, Heizöle sowie Flugpetrol. Die Pflichtlager decken bei den ersten drei Produkten einen Bedarf von 4,5 Monaten, beim Flugpetrol einen von 3 Monaten ab.

Die Pflichtlagerhaltung ist eine Aufgabe der Wirtschaft. Der Bund legt die Rahmenbedingungen fest. Finanziert wird die Vorratshaltung durch Beiträge auf den Import. 

 

Panik schieben ist somit die falsche Strategie. Die Versorgung ist gewährleistet. Stresskäufe von Kleinstmengen für noch Dreiviertel-volle Tanks (zu exorbitant hohen Preisen) ist der falsche Weg. 

 

Eine allgemeingültige Strategie gibt es jedoch nicht. 2022 nach dem Ausbruch des Ukraine-Krieges stiegen die Preise deutlich höher an als jetzt. Beruhigten sich aber nach wenigen Wochen wieder. Die Terminpreise für Einkäufe im Spätsommer und Herbst sind momentan äusserst attraktiv. 

 

Ob es die richtige Entscheidung ist, mit grossen Abschlägen bereits auf den Herbst einzukaufen? Oder sollte man lieber noch abwarten bis im Sommer? Das ist Glaskugellesen. 

 

 

Börsendaten 17.03.2026 um 08:55 Uhr


ICE-Gasoil APR: 1173.50$
ICE-Brent MAI: 103.34$
NY-Rohöl WTI APR: 96.98$
US-Dollar/CHF: 0.7877
Rheinfracht nach Basel: 25.00