Nach dem Scheitern der Verhandlungen am Wochenende hat sich die Lage in der Strasse von Hormus erneut deutlich zugespitzt. Die Ölpreise reagierten sofort und stiegen zum Wochenbeginn wieder über die Marke von 100 Dollar pro Barrel. Hauptgrund sind konkrete Überlegungen der USA, die Meerenge militärisch zu kontrollieren und iranische Ölexporte vollständig zu unterbinden.
Analysten werten dies als klare Eskalation mit weitreichenden Folgen für den globalen Ölmarkt. Besonders im Fokus steht dabei die Frage, ob auch Tanker mit Ziel China von möglichen Blockaden betroffen sein könnten. Ein solcher Schritt würde nicht nur den Energiemarkt belasten, sondern auch neue Spannungen zwischen den USA und China auslösen. Gleichzeitig bleibt die politische Kommunikation aus Washington uneinheitlich, was die Unsicherheit an den Märkten zusätzlich verstärkt.
Trotz der angespannten Lage konnte Iran zuletzt weiterhin Öl exportieren, vor allem nach China. Die Mengen sind jedoch schwer einzuschätzen und dürften unter dem Niveau von vor der Krise liegen. Bereits jetzt ist ein erheblicher Teil des globalen Angebots beeinträchtigt, insbesondere durch Ausfälle im Persischen Golf.
Sollten nun auch die verbleibenden iranischen Exporte wegfallen, dürfte sich die Versorgungslage weiter verschärfen. Abnehmerländer wären gezwungen, alternative Bezugsquellen zu finden, was den Wettbewerb um verfügbare Mengen zusätzlich intensiviert. Entsprechend sichern sich Raffinerien und Händler weltweit verstärkt kurzfristige Lieferungen, da das physische Angebot zunehmend knapper wird.
Vor diesem Hintergrund hat sich die Markteinschätzung zum Wochenstart klar ins Bullishe gedreht. Eine schnelle diplomatische Lösung ist derzeit kaum in Sicht. Stattdessen dominieren Sorgen vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten sowie vor einer anhaltenden Verknappung des Ölangebots. Dies spiegelt sich auch in deutlich höheren Inlandspreisen im Vergleich zum Ende der Vorwoche wider.
Börsendaten 13.04.2026 um 08:55
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