Spannung, Risiko, Preisanstieg – was jetzt am Ölmarkt passiert

Die internationalen Ölbörsen stehen zum Wochenschluss klar im Zeichen wachsender Unsicherheit. Die Preise setzen ihren Aufwärtstrend fort und steuern auf den ersten Wochengewinn seit drei Wochen zu. Auslöser sind erneut die zunehmenden Spannungen zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump hatte Teheran zuletzt mit deutlichen Konsequenzen gedroht, sollte es in den kommenden Tagen keine Einigung im Atomstreit geben.

Bereits gestern kletterten die Notierungen auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. Die Märkte reagieren zunehmend nervös auf die Gefahr möglicher Lieferausfälle rund um die strategisch wichtige Strasse von Hormus, durch die täglich rund 20 % der weltweiten Öltransporte abgewickelt werden. Eine Eskalation in dieser Region könnte das globale Angebot spürbar beeinträchtigen.

Die geopolitischen Risiken haben den Fokus der Investoren klar auf den Nahen Osten gelenkt. Nach mehreren ergebnislosen Gesprächsrunden zwischen Washington und Teheran wächst die Sorge vor einer weiteren Verschärfung der Lage. Entsprechend bleibt die Risikoprämie am Ölmarkt erhöht und stützt die Preise nachhaltig.

Gleichzeitig haben die USA ihre militärische Präsenz in der Region deutlich ausgeweitet. Beobachter sprechen von der stärksten Aufrüstung seit vielen Jahren. Trotz allem wird derzeit eher mit anhaltendem politischem Druck als mit einer unmittelbaren militärischen Eskalation gerechnet.

Klassische Einflussfaktoren wie die Zinspolitik der Federal Reserve treten aktuell in den Hintergrund. Zwar könnten höhere Zinsen die Nachfrage grundsätzlich bremsen, doch die geopolitische Unsicherheit überlagert derzeit sämtliche makroökonomischen Signale.

Auch die Angebotsseite bleibt ein zentrales Thema. Mittelfristig zeichnet sich ein zunehmender Ölüberschuss ab, der ohne zusätzliche Förderkürzungen weiter anwachsen könnte. Gleichzeitig plant die OPEC+, ihre Fördermengen ab April schrittweise zu erhöhen. Eine richtungsweisende Entscheidung wird an der nächsten Sitzung Anfang März erwartet.

Fazit: Die jüngsten Entwicklungen rund um den Iran und die aktuellen US-Bestandsdaten sorgen kurzfristig für ein klar bullish geprägtes Marktumfeld. Die geopolitische Risikoprämie bleibt hoch und treibt die Preise weiter an. Dies spiegelt sich bereits deutlich in steigenden Inlandspreisen wider – das Zeitfenster für günstige Kaufgelegenheiten wird zunehmend enger.

Börsendaten 20.02.2026 um 08:50
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