Ruhe vor dem nächsten Sturm am Ölmarkt?

Nachdem Brent zunächst auf den höchsten Stand seit 2022 gestiegen war, hat sich der Markt wieder etwas beruhigt. Ausschlaggebend dafür ist, dass es nach den Angriffen auf Irans South-Pars-Feld und Katars LNG-Anlagen vorerst keine weiteren Attacken auf zentrale Energieinfrastruktur gab.

Stattdessen dominieren aktuell Signale der Deeskalation. US-Präsident Donald Trump schloss den Einsatz von Bodentruppen aus, während Israel ankündigte, vorerst keine weiteren Angriffe auf iranische Energieanlagen durchzuführen. Auch Premierminister Benjamin Netanyahu stellte ein mögliches baldiges Kriegsende in Aussicht.

Diese Entwicklung führte dazu, dass ein Teil der geopolitischen Risikoprämie („Kriegsprämie“) wieder aus den Ölpreisen herausgenommen wurde. Dennoch bleibt die Lage angespannt, insbesondere mit Blick auf die strategisch wichtige Strasse von Hormus, die weiterhin ein zentraler Risikofaktor ist.

Marktexperten warnen, dass selbst bei einer Stabilisierung der Lage die logistischen Auswirkungen noch länger spürbar bleiben dürften. Neue Angriffe auf Infrastruktur oder Transportwege könnten die Preise rasch wieder nach oben treiben, während diplomatische Fortschritte entlastend wirken würden.

Zusätzliche Impulse kommen aus den USA: Finanzminister Scott Bessent stellte ein mögliches Ende des iranischen Regimes sowie Lockerungen der Ölsanktionen in Aussicht. Auch die Freigabe strategischer Reserven wird geprüft, um die hohen Energiepreise zu dämpfen.

Trotz der jüngsten Entspannung bleibt die Volatilität hoch. Solange der Konflikt andauert und Energieinfrastruktur im Fokus steht, dürfte der Markt empfindlich auf neue Entwicklungen reagieren.

Fundamental wird die Lage aktuell als neutral bis leicht bullish eingeschätzt. 

Börsendaten 20.03.2026 um 08:15
ICE-Gasoil APRIL: 1329.50$
ICE-Brent MAI: 107.72$
NY-Rohöl WTI APRIL: 94.62$
US-Dollar/CHF: 0.7895
Rheinfracht nach Basel: 26.50