Ölversorgung entspannt sich – geopolitische Risiken bleiben bestehen

Die fundamentale Marktlage bleibt insgesamt neutral, da sich Angebotsverbesserungen und geopolitische Risiken weitgehend ausgleichen. Die Ölpreise stabilisieren sich nach dem Rückgang vom Vortag um rund 2 %, bleiben aber sehr volatil. Die Golf-Exporte haben sich im September deutlich erholt und erreichten über 81 % des Vorkriegsniveaus. Vor allem Saudi-Arabien steigerte seine Ausfuhren deutlich, während Iran wegen der US-Seeblockade praktisch keine Ölexporte mehr verzeichnet. Rohölexporte haben sich stärker erholt als die Ausfuhren raffinierter Produkte, weshalb Diesel und Kerosin weiterhin knapp bleiben. Zusätzlichen Preisdruck erzeugen die jüngsten Preissenkungen Saudi-Arabiens, die auf eine entspanntere Versorgungslage hindeuten. Gleichzeitig sorgen Angriffe auf Tanker und die saudische Ost-West-Pipeline sowie die unsichere Lage rund um die Strasse von Hormus weiterhin für einen geopolitischen Risikoaufschlag. Im Iran verschärfen der Einbruch der Öleinnahmen, ein Benzindefizit und die hohe Inflation die wirtschaftliche Krise, während der Ölminister zurücktrat. Der kommende EIA-Monatsbericht dürfte neue Hinweise zur Versorgung mit Diesel und Heizöl im Winter liefern. Kurzfristig wird der Ölmarkt daher leicht bearish eingeschätzt, wobei die hohe geopolitische Risikolage weiterhin für starke Preisschwankungen sorgt.

 

Börsendaten 06.10.2026 um 08:45
ICE-Gasoil OKT: 1354.00$
ICE-Brent DEZ: 99.66$
NY-Rohöl WTI NOV: 88.63$
US-Dollar/CHF: 0.8321
Rheinfracht nach Basel: 285.00