Ölpreise geben nach starkem Anstieg wieder nach

Der Ölmarkt ist mit hoher Volatilität in die neue Woche gestartet. Am Montagmorgen erreichten die Notierungen zunächst neue Mehrjahreshochs und näherten sich zeitweise der Marke von 120 Dollar je Barrel. Im weiteren Tagesverlauf kam es jedoch zu deutlichen Gewinnmitnahmen. Auslöser waren vor allem politische Signale aus den USA, die auf eine mögliche Entspannung im Konflikt mit dem Iran hindeuten. Die Preise gaben daraufhin am Abend spürbar nach.

Hoffnung auf rasches Kriegsende

Für Abwärtsdruck sorgten Aussagen von US-Präsident Donald Trump. In einem Interview erklärte er, der Krieg mit dem Iran könne möglicherweise „sehr bald“ beendet werden. Zudem stellte er weitere Ausnahmen bei Sanktionen in Aussicht, um die Ölpreise zu senken.

An den Märkten wurde dies als Hinweis gewertet, dass sich die geopolitische Lage mittelfristig entspannen könnte. Gleichzeitig bleibt die Situation unsicher. Der Iran lehnt derzeit diplomatische Gespräche mit den USA ab und betont, selbst über das Ende des Konflikts zu entscheiden.

Angebot bleibt angespannt

Trotz des jüngsten Preisrückgangs bleibt die fundamentale Marktlage eher stützend. Mehrere Golfstaaten haben ihre Fördermengen zuletzt reduziert, teilweise wegen begrenzter Lagerkapazitäten. Zudem kam es in der Region zu Störungen bei Energieanlagen und Exportinfrastruktur.

Eine Freigabe strategischer Reserven halten sowohl die International Energy Agency als auch die Group of Seven derzeit noch nicht für notwendig. Gleichzeitig plant die OPEC weiterhin nur moderate Produktionsanhebungen.

Wechselkurs und Rheinfracht im Blick

Neben den internationalen Ölnotierungen spielen für den Schweizer Markt auch Wechselkurs und Transportkosten eine wichtige Rolle. Der US-Dollar hat sich zuletzt leicht abgeschwächt, was importierte Ölprodukte für Käufer im Frankenraum tendenziell günstiger macht.

Gleichzeitig bleiben die Frachtraten auf dem Rhein ein relevanter Kostenfaktor für die Versorgung Mitteleuropas. Schwankende Wasserstände können die Transportkapazitäten und damit auch die Preise im Binnenmarkt beeinflussen.

Aktuelle Preisentwicklung

Die internationalen Ölfutures notieren heute Morgen deutlich unter den Höchstständen vom Wochenbeginn. Auch Gasöl hat spürbar nachgegeben und bewegt sich klar unter dem Niveau vom Montag.

Fazit für den Inlandspreis

Der Rückgang an den Ölbörsen sorgt aktuell auch im Schweizer Markt für Entlastung. Auf Basis der aktuellen Börsen- und Wechselkursentwicklung ergibt sich rechnerisch ein Abschlag von rund 10 bis 12 CHF pro 100 Liter gegenüber dem Vortag. Kurzfristig bleibt die Preisentwicklung jedoch stark von geopolitischen Nachrichten und der weiteren Entwicklung am Devisenmarkt abhängig.

Börsendaten 10.03.2026 um 09:16
ICE-Gasoil MÄRZ: 1086.25$
ICE-Brent MAI: 90.88$
NY-Rohöl WTI APRIL: 120.96$
US-Dollar/CHF: 0.7760
Rheinfracht nach Basel: 26.00