Ölpreise auf Höhenflug: Nahost-Spannungen treiben Risikoprämie
Nach dem kräftigsten Tagesanstieg der Rohölpreise seit Oktober haben sich die Notierungen heute auf hohem Niveau stabilisiert. Haupttreiber bleibt die angespannte Lage rund um den Iran. Zwar sollen die Gespräche zwischen Washington und Teheran fortgesetzt werden, gleichzeitig nehmen jedoch militärische Aktivitäten auf beiden Seiten zu, was die Unsicherheit weiter erhöht.Berichten zufolge bereiten sich die USA offenbar auf mögliche militärische Massnahmen vor, die sich über mehrere Wochen erstrecken könnten. Auch aus Israel wird Druck in Richtung eines härteren Vorgehens gegen die Führung in Teheran signalisiert. Während Washington zuletzt eher auf diplomatische Lösungen gesetzt hatte, scheint die Bereitschaft zu begrenzten militärischen Schritten zu steigen.Die bisherigen Verhandlungen über das iranische Atomprogramm verliefen ohne greifbare Ergebnisse. Zwar wurde aus Teheran von einer grundsätzlichen Einigung über Rahmenbedingungen gesprochen, konkrete Fortschritte blieben jedoch aus. Iranische Unterhändler wollen in Kürze mit einem neuen Vorschlag zu weiteren Gesprächen nach Genf zurückkehren.Ungeachtet diplomatischer Bemühungen bleibt die Lage im Nahen Osten fragil. Eine weitere Eskalation könnte insbesondere den Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus beeinträchtigen – eine Schlüsselroute für rund 20 Prozent des weltweiten Öltransports. Entsprechend bleibt eine geopolitische Risikoprämie im Markt eingepreist. Gleichzeitig überwiegt derzeit die Einschätzung, dass ein umfassender bewaffneter Konflikt eher unwahrscheinlich ist und mögliche Militäraktionen begrenzt bleiben könnten.Auch die Gespräche zwischen Russland und der Ukraine in Genf brachten keinen Durchbruch. Die Fronten scheinen weiterhin verhärtet, Fortschritte bei den Bemühungen um ein Ende des seit Jahren andauernden Krieges sind nicht erkennbar.Kurzfristig richtet sich der Blick des Marktes nun auf die offiziellen US-Lagerbestandsdaten, die aufgrund eines Feiertags mit Verzögerung veröffentlicht werden. Sollten sie die zuletzt gemeldeten Bestandsrückgänge bestätigen, könnte dies die Preise zusätzlich stützen.Börsendaten 19.02.2026 um 09:25ICE-Gasoil MÄR: 716.00ICE-Brent APR: 71.08NY-Rohöl WTI MÄR: 65.88US-Dollar/CHF: 0.7725Rheinfracht nach Basel: 22.00