Die Rohölpreise an den Börsen ICE und NYMEX sind in der vergangenen Woche weiter gestiegen. Der europäische Referenzkontrakt Brent erreichte erstmals seit August 2022 wieder einen Settlementpreis von über 100 US-Dollar pro Barrel, während WTI am Freitag über der Marke von 95 Dollar schloss. Auch zum Wochenstart bleiben die Preise aufgrund der angespannten Lage im Nahen Osten fest.
Hauptgrund für den Preisanstieg sind weiterhin Sorgen um mögliche Angebotsausfälle im Zusammenhang mit dem Konflikt mit dem Iran. US-Präsident Donald Trump forderte NATO-Partner sowie weitere Staaten, darunter China, auf, sich an der Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus zu beteiligen. Zuvor hatten US-Luftangriffe auf iranische Militäranlagen auf der Insel Kharg die Lage weiter verschärft. Marktbeobachter warnen, dass ein Ausfall der dortigen Infrastruktur rund 2 Millionen Barrel Öl pro Tag vom Markt nehmen könnte.
Parallel dazu hat die Internationale Energieagentur (IEA) Details zur Freigabe strategischer Ölreserven veröffentlicht. In Asien-Ozeanien soll die Massnahme sofort starten, während Europa und Amerika erst Ende März Öl aus den Reserven auf den Markt bringen werden. Da dieser Schritt weitgehend erwartet worden war, fiel die Marktreaktion bisher begrenzt aus.
Im frühen Handel kam es heute zu einer kurzen Preiskorrektur, nachdem gemeldet wurde, dass der Ölhafen Fujairah in den Vereinigten Arabischen Emiraten seinen Betrieb wieder aufgenommen hat. Von dort werden normalerweise rund 1 Million Barrel Murban-Rohöl pro Tag exportiert. Der Hafen war zuvor nach einem Drohnenangriff vorübergehend geschlossen worden.
Im weiteren Wochenverlauf richten sich die Blicke der Händler neben den geopolitischen Entwicklungen auch auf die Zinssitzungen von Fed und EZB. Zwar werden keine unmittelbaren Zinsschritte erwartet, Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs könnten die Ölpreise dennoch beeinflussen.
Die Ölpreise haben sich nach den Tagestiefs wieder etwas erholt, liegen jedoch noch unter den Höchstständen vom Morgen. Für die Inlandspreise könnte es leicht nach oben gehen. Das hängt auch damit zusammen, dass der US-Dollar gegenüber dem Schweizer Franken zuletzt stärker geworden ist.
Börsendaten 16.03.2026 um 09:02 Uhr
ICE-Gasoil APRIL: 1174.00$
ICE-Brent MAI: 105.71$
NY-Rohöl WTI APRIL: 100.21$
US-Dollar/CHF: 0.7913
Rheinfracht nach Basel: 25.00