Zur Wochenmitte legten die Rohölpreise an ICE und NYMEX zunächst zu. Brent überschritt vorübergehend wieder die Marke von 70 US-Dollar, während WTI zeitweise über 65 US-Dollar je Barrel notierte. Bis zum Handelsschluss konnten sich beide Kontrakte jedoch nicht über diesen psychologisch wichtigen Niveaus behaupten.
Belastend wirkten unter anderem Aussagen von US-Präsident Trump im Anschluss an sein Treffen mit Israels Premierminister Netanjahu. Er betonte erneut, dass ein Abkommen mit dem Iran für ihn weiterhin Priorität habe und härtere Massnahmen erst dann in Betracht kämen, wenn eine diplomatische Lösung ausgeschlossen sei.
Da Trump für kurzfristige Kurswechsel bekannt ist, bleibt offen, wie nachhaltig diese Aussagen die Preise beeinflussen. Marktexpertin Vandana Hari rechnet vorerst mit einer Seitwärtsbewegung. Grössere Rückgänge seien jedoch ebenso wenig zu erwarten wie deutliche Anstiege, solange keine unmittelbare militärische Eskalation bevorstehe.
Auf der Angebotsseite geht die US-Energiebehörde EIA weiterhin von einem deutlichen Überangebot in diesem und im kommenden Jahr aus. Auch die OPEC bestätigte in ihrem jüngsten Monatsbericht ihre Prognosen, erwartet jedoch für das dritte Quartal 2026 ein leichtes Überangebot. Der Markt richtet den Blick nun auf die Frage, ob die acht OPEC+-Staaten ihre zusätzlichen Förderkürzungen über das erste Quartal hinaus verlängern werden. Zudem wird heute der neue Bericht der Internationalen Energieagentur (IEA) erwartet, die traditionell eher vorsichtig in ihren Einschätzungen ist. Zusätzlich sorgen die heute wieder deutlich gesunkenen Frachtraten für Entlastung auf der Kostenseite und nehmen weiteren Preisdruck vom Markt.
Nachfrageseitig lieferten die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten gemischte Signale. Zwar deutet der Beschäftigungsaufbau auf eine stabile Konjunktur hin, steigende Löhne dämpfen jedoch die Erwartungen an baldige Zinssenkungen durch die US-Notenbank. Weitere Impulse könnten die morgigen Inflationsdaten liefern. Ein erneuter Anstieg der Teuerung würde den Dollar stärken und die Sorgen um die Ölnachfrage verstärken.
Am Morgen notieren die Ölfutures unterhalb der Vortageshochs, ohne bislang eine klare Richtung einzuschlagen.
Börsendaten 12.02.2026 um 08:54
ICE-Gasoil FEB: 698.00$
ICE-Brent APR: 69.61$
NY-Rohöl WTI MÄR: 64.85$
US-Dollar/CHF: 0. 7710
Rheinfracht nach Basel: 23.00