Frieden auf Zeit, Misstrauen auf Dauer

 

Die anfängliche Erleichterung über die angekündigte Waffenruhe war nur von kurzer Dauer. Nachdem die Ölpreise gestern deutlich unter die Marke von 100 Dollar gefallen waren – mit einem historischen Rückgang bei WTI – rückt heute wieder eine vorsichtige Einschätzung in den Vordergrund. Grund dafür sind anhaltende Unsicherheiten hinsichtlich der Stabilität der Feuerpause und der tatsächlichen Öffnung der Strasse von Hormus.

Die Frachtraten zeigen sich aktuell stabil. Die Rheinpegel bleiben in den kommenden Tagen weitgehend konstant, wodurch kurzfristig keine Einschränkungen zu erwarten sind. Insgesamt sorgt die Situation für verlässliche Rahmenbedingungen in der Logistik.

Am Markt will derzeit kaum jemand die geopolitischen Risiken vollständig auspreisen. Zu fragil wirkt die Lage, zu unklar sind die Positionen der Konfliktparteien. Zwar stehen für Freitag erste direkte Gespräche zwischen den USA und Iran an, doch deren Ausgang ist völlig offen.

Die zentrale Unsicherheit bleibt die Strasse von Hormus: Solange der Schiffsverkehr nicht vollständig und zuverlässig wieder läuft, bleibt der Ölmarkt unter Druck. Die jüngsten Störungen gelten als eine der gravierendsten Angebotsunterbrechungen überhaupt. Gleichzeitig zeigt sich, dass selbst bei einer schrittweisen Wiederöffnung Zeit benötigt wird, um Produktion und Raffineriebetrieb in der Region wieder hochzufahren.

Hinzu kommt, dass die Waffenruhe keineswegs stabil ist. Vereinzelte militärische Aktionen und widersprüchliche Aussagen zur Einhaltung der Vereinbarungen unterstreichen die angespannte Lage. Der Markt bleibt entsprechend nervös und reagiert sensibel auf jede neue Schlagzeile.

Eine weitere Eskalation ist vorerst ausgeblieben, und die geplanten Gespräche sorgen zumindest für einen Hauch Hoffnung. Gleichzeitig bleibt die Volatilität hoch – schnelle Richtungswechsel sind jederzeit möglich.

Börsendaten 09.04.2026 um 09:09
ICE-Gasoil APR: 1310.25$
ICE-Brent JUN: 96.89$
NY-Rohöl WTI MAI: 97.38$
US-Dollar/CHF: 0.7919
Rheinfracht nach Basel: 33.50