Am Mittwoch wurde die Lage am Ölmarkt zunächst widersprüchlich eingeschätzt: Fundamentale Faktoren wirkten eher bullish, vor allem wegen der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten und iranischen Angriffen auf Tanker, während technische Indikatoren Verkaufssignale zeigten. Entsprechend gaben die Ölpreise am Vormittag zunächst nach und durchbrachen wichtige Marken, was zusätzlichen Verkaufsdruck auslöste.
Im weiteren Tagesverlauf stützten jedoch neue geopolitische Entwicklungen die Preise wieder. Weitere Angriffe auf Öltanker sowie Produktionsausfälle innerhalb der OPEC, die teilweise auf die Blockade der Strasse von Hormus zurückgeführt werden, führten dazu, dass die Verluste schnell aufgeholt wurden. Insgesamt blieb der Markt am Nachmittag richtungslos, da widersprüchliche Nachrichten – etwa zu möglichen Verhandlungen mit dem Iran oder politischen Reaktionen aus Europa – keinen klaren Trend zuließen.
Auch die US-Ölbestandsdaten konnten keine neue Dynamik erzeugen, sodass sich die Preise weitgehend seitwärts entwickelten. Die allgemeine Unsicherheit spiegelte sich auch in den Inlandspreisen wider, die leicht nachgaben.
Für neue Unruhe sorgte schließlich eine Rede von Donald Trump, in der er dem Iran mit Angriffen auf die Energieinfrastruktur drohte, falls es zu keiner Einigung komme. Dies verstärkte die Sorgen vor einer weiteren Eskalation des Konflikts, zumal die Strasse von Hormus weiterhin faktisch blockiert ist und Störungen im Ölhandel anhalten dürften.
Zusätzlich untermauern neue Truppenverlegungen der USA in die Region, darunter ein Flugzeugträger und spezialisierte Kampfflugzeuge, die Erwartung einer möglichen militärischen Zuspitzung. Insgesamt bleibt die Lage damit angespannt, und eine kurzfristige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht.